"Reisefrust" statt "Reiselust"

Sie hatten sich so sehr auf ihren Urlaub gefreut, wollten entspannen und die Ruhe genießen. Doch am Ende war der gesamte Urlaub ein einziger Albtraum?

Damit das nicht passiert und was Sie tun können, sollte Ihnen so etwas doch einmal widerfahren, hier ein einige Ratschläge:

Vor der Reise

Bereits vor Reisebeginn gibt es Dinge, die Sie unbedingt berücksichtigen sollten. Achten Sie darauf, dass Ihnen ein Sicherungsschein übergeben wird. Bevor der Reiseveranstalter Ihnen einen solchen Sicherungsschein nicht übergeben hat, darf er keine Zahlungen auf den Reisepreis entgegennehmen. Der Sicherungsschein dient in dem hoffentlich nicht eintretenden Fall, dass bei Ihrem Reiseveranstalter Zahlungsunfähigkeit oder Insolvenz eingetreten ist, als Nachweis dafür, dass (bei Insolvenz vor Antritt der Reise) die von Ihnen gezahlten Beträge zurückerstattet werden bzw. (bei bereits angetretener Reise) Ihr Rücktransport gesichert ist. Dabei handelt es sich aber nicht etwa um einen Gefallen oder besonderen Service des Reiseveranstalters. Der Reisveranstalter ist im Gegenteil dazu verpflichtet, entweder eine entsprechende Versicherung abzuschließen oder ein Zahlungsversprechen eines Kreditinstituts beizubringen. Setzen Sie sich vor Buchung der Reise ausführlich mit der Frage auseinander, ob Sie eine Reiserücktrittsversicherung benötigen. Wenn zwischen Datum der Buchung und Reiseantritt noch ein gewisser Zeitraum liegt, können Sie in aller Regel nicht voraussehen, ob ein Umstand eintritt, bei dem Sie doch lieber auf die Reise verzichten wollen. Sie können zwar jederzeit vor Reiseantritt ohne Angabe von Gründen von dem Reisevertrag zurücktreten. In einem solchen Fall werden aber (mit ganz wenigen Ausnahmen zum Beispiel im Falle einer Reisewarnung durch das Auswärtige Amt) Stornogebühren fällig, die oft einen beachtlichen Prozentsatz des Reisepreises ausmachen und umso höher werden, je kurzfristiger Sie vor Reisebeginn von Ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch machen. Heutzutage gibt es bereits Rücktrittsversicherungen, die auf eine Selbstbeteiligung verzichten, so dass im Fall des Vorliegens der nach dem Versicherungsvertrag notwendigen Voraussetzungen überhaupt keine Kosten für Sie entstehen. Informieren Sie sich in jedem Fall vorher nach den Gründen, in denen die Reiserücktrittsversicherug eintritt. Sollten Sie bei der Erstattung Probleme haben oder Rat benötigen, setzen Sie sich einfach mit einem Rechtsanwalt ihres Vertrauens in Verbindung.

Während der Reise

Während der Reise gibt es natürlich eine Fülle von theoretischen Mängeln, die aber immer eine gewisse Erheblichkeitsschwelle erreichen müssen, um hier Mängelansprüche geltend machen zu können. Wichtig ist, eine umgehende Beschwerde bzw. Reklamation bei der Reiseleitung vor Ort und das Verlangen, den Mangel/das Problem zu beseitigen. Hierbei sind die Mängel genau zu beschreiben. Für deren Beseitigung ist eine angemessene Frist zu setzen. Diese kann unter Umständen auch nur wenige Stunden betragen, so zum Beispiel, wenn das Hotel überbucht ist und es gilt, eine angemessene neue Unterkunft zu finden.

Um die Reklamation der Reisemängel später (z. B. vor Gericht) auch beweisen zu können, nehmen Sie zu dem Gespräch besser einen Zeugen mit. Am besten geeignet ist hierzu ein Gast des Hotels, nur im Notfall ein Familienmitglied. Verlangen Sie über das Reklamationsgespräch von der Reiseleitung ein so genanntes Beschwerdeprotokoll. Sammeln Sie Adressen von Mitreisenden, die die Mängel bestätigen können.

Nach der Reise

Nach der Rückkehr aus dem Urlaub ist es wichtig, ihre Ansprüche rechtzeitig geltend zu machen. Innerhalb einer Frist von einem Monat nach der vertraglich vorgesehenen Beendigung der Reise (der letzte Reisetag zählt dabei nicht mit) müssen Sie Ihre Ansprüche gegenüber dem Reiseveranstalter anmelden, d.h. wenn ihr vertragliches Urlaubsende der 31.07.2015 war, müssen sie bis spätestens 01.09.2015 Mängel beim Reiseveranstalter angezeigt und Minderungsansprüche geltend gemacht haben. Diese Frist ist eine Ausschlussfrist. Wenn Sie diese Frist schuldhaft verstreichen lassen, sind Sie mit Ihren Ansprüchen ausgeschlossen. Manchmal reagiert der Reiseveranstalter auf derartige Reklamationen mit der Übersendung von Gutscheinen oder Schecks. Falls Sie von Ihrem Veranstalter einen Scheck (zumeist mit einer bescheidenen Wiedergutmachung) erhalten, achten Sie genau darauf, ob mit der Einlösung dieses Schecks alle gegenseitigen Ansprüche aus dem Reisevertrag abgegolten werden sollen. Falls ja, sollten Sie diesen Scheck uneingelöst wieder zurückschicken (wenn Sie mit der Höhe der Summe nicht einverstanden sind), um Ihnen unter Umständen zustehende Minderungs- und/oder Schadensersatzansprüche nicht zu verlieren. Sind Ihre Ansprüche beim Reiseveranstalter angezeigt, müssen diese innerhalb von 2 Jahren gerichtlich geltend gemacht werden, soweit der Reiseveranstalter nicht von sich aus die geforderten Beträge bezahlt.

Flugverspätungen

Seid einiger Zeit können unabhängig von Reisemängeln auch pauschale Entschädigungsansprüche für Flugverspätungen geltend gemacht werden. Maßgeblich ist, dass der Flug von einem Flughafen aus der EU heraus gestartet ist. Hierbei kommt es nicht darauf an, ob die Airline ebenfalls in der EU ansässig ist. Aber auch Landungen von außerhalb der EU werden erfasst, wobei dann die Airline selbst ihren Sitz in der EU haben muss. Die Höhe ist hierbei davon abhängig wie weit der Flug war und welche tatsächlichen Verspätungen stattfanden. 

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