M e ­d i a ­t i­ o n - Was ist das?

Zwei Töchter streiten sich um eine Orange. Die Mutter ist ratlos und hat die Überlegung, die Or­an­ge einfach zu halbieren und jeder Tocher eine Hälfte zu geben. Be­vor sie dies tut, fragt sie ihre Töch­ter aber, warum sie denn die Orange möch­ten. Die erste Tochter ant­wor­tet: "Ich möchte einen Ku­chen backen und brauche dazu die Schale." Die zweite Tochter ant­wor­tet: "Ich möchte mir ei­nen Orangensaft pressen." Nachdem die Mutter nun die tatsächlichen Interessen ih­rer Töchter kennt, kann sie diesen helfen, den Streit um die Orange zu klären. Die Fra­gen der Mutter haben bewirkt, dass den Schwestern je­weils die Bedürfnisse der anderen Schwester be­wusst wurden. Die Töchter können sich nun darauf einigen, dass die ei­ne erst den Saft auspresst und dann die an­de­re die ausgepressten Schalen für den Kuchen ver­wen­det. Die­ses ein­fache Bei­spiel zeigt, dass Kon­flik­te al­lein durch das Er­for­schen der In­te­res­sen und Be­dürf­nis­se so gelöst we­r­den kön­nen, dass je­der als Sie­ger dar­aus her­vor­geht. 

Im Gegensatz dazu bietet ein gerichtliches Verfahren meist nicht für jeden Konflikt eine sachgerechte Lösung. Die Par­tei­en müs­sen im Prozess einen bestimmten Antrag stellen und so ei­ne konkrete Position beziehen. Dies führt zwangs­läu­fig zu Gegenpositionen. Der gerichtlich ausgetragene Konflikt wird als eine Art Kampf­si­tua­tion begriffen. Die Gefahr von Verhärtungen und die Zerstörung menschlicher und ge­sell­schaft­li­cher Beziehungen liegen auf der Hand. Gerichtliche Urteile fallen häufig nach dem Grund­satz „Al­les oder Nichts“ aus.

An diesen „Schwachstellen“ setzt das Verfahren der Mediation an. Die un­par­tei­ischen Mediatoren helfen den Streitenden, eine einvernehmliche Lösung ihrer Prob­le­me zu fin­den. Aufgabe der Mediatoren ist es nicht, einen Schiedsspruch oder ein Urteil zu spre­chen. Viel­mehr liegt es an den Konfliktparteien selbst, eine ihren Interessen optimal ent­spre­chen­de Prob­lem­lö­sung zu erarbeiten. Ha­ben sie sich dann ge­ei­nigt, wird die­se Ei­ni­gung in ei­ner Ab­schluss­ve­rein­ba­rung ver­bind­lich fest­ge­hal­ten und sofern recht­lich er­for­der­lich oder von den Par­tei­en ge­wollt, no­ta­ri­ell be­ur­kun­det.

Das Ver­fah­ren der Me­dia­ti­on hält auch bei den Ge­rich­ten als an­er­kann­te Al­ter­na­ti­ve im­mer mehr Ein­zug. In nicht sel­te­nen Fällen wird von den Rich­tern wäh­rend lau­fen­der Kla­ge­ver­fah­ren den Par­tei­en die Me­dia­ti­on vor­ge­schla­gen und das ge­richt­li­che Ver­fah­ren so­lan­ge aus­ge­setzt.

Der Me­dia­tor, der re­gel­mä­ßig ei­ne um­fang­rei­che Aus­bildung durch­lau­fen hat, er­bringt sei­ne Leis­tung nicht un­ent­gelt­lich. Er rech­net in aller Re­gel nach vor­ab zu ver­ein­ba­ren­den Stun­den­sät­zen ab. Die Hö­he des Stun­den­sat­zes er­fra­gen Sie am bes­ten vor­ab te­le­fo­nisch. Die Me­dia­ti­on hat je­doch in der Ver­gan­gen­heit ge­zeigt, dass sie ei­ne kos­ten­güns­ti­ge­re Al­ter­na­ti­ve zum Ge­richts­ver­fah­ren dar­stel­len kann, wes­halb viele Rechts­schutz­ver­si­che­rer die Kos­ten der Me­dia­ti­on übernehmen, wenn dies im Versicherungsvertrag ver­ein­bart ist.

Der Weg der Me­dia­ti­on er­öff­net sich für Kon­flik­te al­ler Be­rei­che, egal ob in der Fa­mi­lie, bei Tren­nung und Schei­dung oder un­ter Nach­barn oder am Ar­beits­platz zwi­schen Ar­beits­kol­le­gen, selbst bei ärzt­li­chen Be­hand­lungs­feh­lern kommt die Me­dia­ti­on zu­neh­mend zum Ein­satz. 

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