Meine Rechte als Patient – ein Überblick!

Patienten fühlen sich Ärzten oft ausgeliefert und hilflos gegenüber. Sie verstehen  etwa die ärztlichen Erklärungen nicht richtig, wissen nicht, diese umzusetzen oder fühlen sich einfach missverstanden. Doch wer krank ist, ist nicht schutzlos. Patienten haben viele Rechte. Leider ist es häufig so, dass nur die wenigsten sie kennen und sie diese daher nicht durchzusetzen wissen. 

Versuchen Sie deshalb, sich auf das geplante Gespräch mit dem behandelnden Arzt möglichst gut vorzubereiten, wichtige Fragen zu notieren und unter Umständen einen unbeteiligten Dritten hinzuziehen, der alles aufmerksam verfolgt. Besonders bei der Entscheidung über einen bevorstehenden operativen Eingriff, fallen einem im Nachhinein oftmals noch wichtige Fragen ein, die dann unter Umständen nicht mehr gestellt werden können. Sitzt man dem Arzt erst einmal gegenüber, vergisst man schnell Wichtiges zu fragen, erst recht, wenn dessen Zeit begrenzt ist.

Beschreiben Sie dem Arzt Ihre Beschwerden und erfolgten Vorbehandlungen so genau wie möglich. Befundberichte anderer Ärzte legen Sie vor. Halten Sie ferner eine Liste der Medikamente bereit, die Sie gerade einnehmen.

Ihr Arzt muss Sie dann verständlich, sachkundig und angemessen über alle bevorstehenden Schritte der Behandlung und insbesondere Ihrer individuellen Gesundheitsrisiken aufklären. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Sie haben ein Recht dazu. Ihr Arzt muss Ihnen wahrheitsgemäß, vollständig und klar antworten.

Bevor Sie dann der Arzt behandeln darf, müssen Sie ausnahmslos Ihre Einwilligung erklären. Ohne Ihre Einwilligung gibt es keine Behandlung. Eine Ausnahme gilt nur bei Notfallbehandlungen, etwa wenn Sie in akuter Lebensgefahr schweben. Hier reicht die mutmaßliche Einwilligung aus. Bei geplanten größeren Eingriffen, die nicht eilbedürftig sind, empfiehlt es sich unter Umständen eine zweite ärztliche Meinung einzuholen, vor allem dann, wenn Sie sich noch nicht sicher sind, ob Sie den Eingriff wirklich durchführen lassen wollen. Ihr Arzt sollte dies verstehen und eine entsprechende Überweisung ausstellen.

Ärztliche Aufklärungen und medizinische Behandlungen müssen sodann dokumentiert werden, d.h. alle Maßnahmen und Verlaufsdaten von Prävention über Diagnose und Therapie bis hin zur Nachsorge muss der Arzt festhalten. Hierzu führt der Arzt oder das Krankenhaus für jeden Patienten eine individuelle Akte, die Sie als Patient jederzeit einsehen dürfen und aus der Sie sich auf eigene Kosten sogar Kopien anfertigen lassen können. Möchten Sie dies nicht selbst tun, können Sie auch eine dritte Person, z.B. einen Rechtsanwalt, mit der Einsichtnahme beauftragen. In diesem Fall müssen Sie Ihren Arzt vorher von seiner Schweigepflicht gegenüber dem Dritten entbinden. 

Liegt der Verdacht eines Behandlungsfehlers nahe, können Sie zunächst kostenfrei entweder Ihre Krankenkasse um Unterstützung bitten oder die Schlichtungsstelle der  zuständigen Landesärztekammer zur Durchführung einer Begutachtung anrufen, wobei letzteres nur dann möglich ist, wenn alle an dem Verfahren Beteiligten ihre Zustimmung geben. Hilft die Schlichtung nicht weiter, bleibt oftmals nur der Gang zu Gericht. Der Patient muss dann allerdings beweisen, dass er durch eine ärztliche Pflichtverletzung einen Schaden davon getragen hat. Und genau hier liegt häufig das Problem, denn es reicht nicht aus, einen Arztfehler und einen Schaden zu beweisen, sondern der Patient muss regelmäßig nachweisen, dass der Fehler des Arztes ursächlich für den eingetretenen Schaden ist. Nur dann haftet der Arzt.

Arzthaftungsfälle sind regelmäßig von komplizierten Sachverhalten, einer schwierigen Beweislage und hohen Schadenssummen geprägt, so dass es sich in jedem Fall empfiehlt, einen auf Arzthaftungsrecht spezialisierten Rechtsanwalt zu beauftragen.

Wir unterstützen Sie gern.